Il Cuore sportivo

Die Geschichte von Alfa Romeo

Inhaltsübersicht

Die glorreiche Geschichte der Marke Alfa Romeo begann im Jahr 1910. Schon 1906 hatte der französische Automobil-Hersteller Alexandre Darracq eine Kooperation mit dem italienischen Cavaliere Ugo Stella eingegangen um Darracq Fahrzeuge für Italien in Lizenz zu produzieren. 1910 zog die Firma, die ursprünglich in Neapel angesiedelt war, nach Portello bei Mailand um und wurde dort schließlich in A.L.F.A. umbenannt – Anonima Lombarda Fabbrica Automobili.

Nachdem der erste Weltkrieg begonnen hatte und die Produktion auf Rüstungsgüter umgestellt werden musste, verkaufte Darracq 1915 seine Anteile an eine italienische Bank. Nach kurzem Intermezzo erwarb dann die Rüstungsgesellschaft des napoletanischen Unternehmers Nicola Romeo die Firma. Mit der Produktion unter anderem von Flugmotoren wuchs das Unternehmen stark – auf 4000 Mitarbeiter. Nach Kriegsende stellte A.L.F.A. wieder auf Automobilproduktion um und 1920 veranlasste Nicola Romeo, dass sein Name in die neue Marke aufgenommen wurde: Alfa Romeo.

Erfolg durch Rennsiege

Romeos Strategie war es, die Fahrzeuge im oberen Segment anzusiedeln und durch Erfolge in Rennen bekannt und begehrt zu machen. Schon 1923 gewann im Doppelsieg Alfa Romeo die Targa Florio, 1925 gab es dann die erste offizielle Weltmeisterschaft für Automobile, die Alfa Romeo ebenfalls gewann. Damit war der Grundstein gelegt zu einer glorreichen Zukunft, die Scuderia Ferrari, geleitet von Enzo Ferrari wurde in den 30er Jahren der Rennstall von Alfa Romeo. Es war die Kombination von besonders leistungsstarken Motoren und sehr leichten Superleggera-Karosserien, die dem Unternehmen zu den Erfolgen und damit zu weltweiter Beachtung verhalfen. Dazu kam, dass viele Adelige und andere wohlhabende Leute Alfa Romeo zu ihrer Lieblingsmarke erklärten. Vor allem die Typen 6C 2500 und später der 8C 2900 begeisterten das betuchte Publikum. 

Karosseriebau mit Touring

Alfa Romeo hat vor dem zweiten Weltkrieg – wie viele andere Hersteller auch – die Karosserien seiner exklusiven Fahrzeuge nicht selbst gebaut, sondern sie von spezialisierten Karosserieherstellern fertigen lassen. Und da kommt Touring ins Spiel: Das Mailänder Unternehmen unter der Leitung von Carlo Felice Bianchi Anderloni zeichnete nicht nur bildschöne und für die damalige Zeit avantgardistische, aerodynamische Formen, sondern hatte auch 1926 das Patent auf die Superleggera-Bauweise erworben – ein stabiler Gitterrohrrahmen, über den eine Aluminiumkarosserie gezogen wurde. Das sparte erheblich an Gewicht ein. Zusammen mit den leistungsstarken Motoren von Alfa Romeo ergab das eine unschlagbare Kombination, die nicht nur Rennen gewann, sondern auch für betuchte Privatkunden absolut überzeugend war.

Nach dem zweiten Weltkrieg mit der einsetzenden Industrialisierung, Modernisierung und Motorisierung Italiens, erkannte Alfa Romeo die Zeichen der Zeit und entwickelte Fahrzeuge für einen größeren Markt – 1950 zuerst den 1900, ab 1954 dann die sehr erfolgreiche 1300er Giulietta in den drei Versionen Berlina, Sprint und Spider, die 1962 von der 1600er Giulia abgelöst wurden. Diese sportlich ausgelegten Autos für die breitere Zielgruppe der oberen Mittelschicht begründeten das moderne, sportliche Image von Alfa Romeo, das im Jahr 1950 und 1951 durch die Weltmeistertitel von Manuel Fangio und Giuseppe Farina in den ersten Formel 1 Rennen massiv unterstützt wurde.

Erfolgskonzept Giulietta: Sportliche Zielgruppe

Alfa Romeo war in den 50er und 60er Jahren weltweit federführend bei hochwertigen und sportlichen Fahrzeugen für eine breite Zielgruppe. Die Stahl-Karosserien für die Giuliettas baute Alfa Romeo inzwischen selbst. Erfolgreich kopiert wurde das Konzept dieser Fahrzeuge gegen Ende der 60er Jahre von BMW, das mit der 02 Serie ähnlich attraktive Autos anbot, die dazu allerdings (mit deutscher Ingenieurskunst) zuverlässiger und etwas preisgünstiger waren.

Allerdings wollte Alfa bei aller Ausrichtung auf eine neue, junge und sportliche Zielgruppe nicht auf die angestammten Käufer aus der Oberschicht verzichten, die die Firma sonst an Mercedes, Jaguar, Lancia und Maserati verloren hätte. Deshalb kam fast zwangsläufig der Entschluss an die prestigeträchtigen Fahrzeuge der Vorkriegszeit anzuschließen – die Baureihe 2600 entstand und der viel beachtete, mit Scheibenbremsen und Fünfganggetriebe technisch fortschrittliche 2600 Spider wurde wieder, so wie früher, bei Touring in Auftrag gegeben – siehe die “Alfa 2600 Story”.

Historie prägt Image

Leider verlor Alfa Romeo in den 1980er Jahren stark an Image, als die Firma dann unter staatlicher Führung mit dem Alfasud Autos mit gravierenden Qualitätsmängeln baute. Inzwischen versuchte Alfa Romeo mit Fahrzeugen wie dem dem 8C und dem 4C  wieder an den Nimbus der guten alten Zeit anzuschließen – unter dem Dach der französischen Firma Stellantis sollen heute exklusive Prototypen wie der Tipo 33  das Image weiter aufbessern.

Auf jeden Fall war der klassische 2600 Spider das letzte Exemplar der grandiosen, frühen Erfolgsgeschichte von Alfa Romeo. Erfahren Sie mehr…